Visual Analytics – Interdisciplinary Problem-Based Peer Learning

Projektinformationen

Der Zugang zur stetig zunehmenden Flut an Informationen und Daten spielt für uns heute sowohl im Beruf als auch in der Freizeit eine entscheidende Rolle. Visual Analytics ist ein interdisziplinärer Ansatz, mit dem Ziel, durch Kopplung visueller Darstellung und automatisierter Datenanalyse, sowie durch geeignete Interaktionsmechanismen, neue Erkenntnisse aus sehr grossen, komplexen und oft heterogenen Datensätzen zu gewinnen, mit denen z.B. in den Life Sciences häufig gearbeitet wird. Beispielsweise prägen Veränderungen der menschlichen Morphologie sowie der Pathologien und der Genetik sowohl lang- als auch kurzfristig die menschliche Gesundheit in einem fortwährenden Evolutionsprozess. Die Muster und zugrunde liegenden Zusammenhänge dieser Entwicklungen sind jedoch oft nicht leicht zu ermitteln. Im interdisziplinär angelegten Unterrichtsmodul Visual Analytics soll diese Thematik mittels eines Problem-basierten und eLearning-gestützten Lehrkonzepts vermittelt werden. Hauptziele sind dabei der aktive gegenseitige Austausch von bio-statistischen bzw. visuellen Kompetenzen bidirektional, zwischen den Studierenden (Bachelor Studierende) der zwei beteiligten Hochschulen (UZH und Zürcher Hochschule der Künste ZHdK) sowie eine Reflexion der Funktionsweise der eigenen Seh-, Kommunikations- und Kognitionsgewohnheiten.

Ziele des Projektes

Auf der Basis bisheriger Erfahrungen, richtet sich das Unterrichtsmodul vorerst an Studierende auf Bachelorstufe der MNF (Studienrichtungen: Biologie, Biomedizin) sowie an Studierende auf Bachelor- und ev. Masterstufe der ZHdK (Studienrichtung Scientific Visualization bzw. Knowledge Visualization). Die Studierenden kennen nach Absolvierung des Moduls:

  • Die physiologischen Grundlagen der visuellen Wahrnehmung sowie die Gestaltungs- theoretischen Grundlagen, wie einzelne, wahrgenommene Elemente zu kognitiven Einheiten verbunden werden.
  • Die Grundlagen der Analyse und Auswertung biostatistischer Daten.
  • Die wichtigsten Konzepte, Techniken und Instrumente zur Produktion, Präsentation und medialen Verbreitung von wissenschaftlichen Forschungsergebnissen sowie die entsprechenden publikumsspezifischen (Laien- vs. Fachpublikum) Anforderungen.
  • Die evolutionären Prozesse, durch welche Pathogene, Technologie und Umwelt mit der menschlichen Gesundheit wechselwirken.
  • Die Möglichkeiten und Grenzen visueller Datenanalyse im Bezug auf eine spezifische wissenschaftliche Fragestellung.

Weiterentwicklung der Lehre

Die Projektidee ist aus der bestehenden Lehrtätigkeit des Instituts für Evolutionäre Medizin an der Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der UZH (MNF) und der ebenfalls bereits bestehenden Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Scientific Visualization der ZHdK entstanden, welche, unter anderem, in Form von Blockkursen stattgefunden hat; an diesen haben jedoch bisher ausschliesslich entweder Studierende der UZH oder der ZHdK teilgenommen. Wir haben festgestellt, dass in naturwissenschaftlichen und gestalterischen Studiengängen zwar meist sehr unterschiedliche, aber hochgradig komplementäre Denkweisen und Fertigkeiten vermittelt werden. Hinzu kommt die Tatsache, dass in den künftig angestrebten interdisziplinären Berufsfeldern vieler Studierenden diese komplementären Kompetenzen zunehmend von essentieller Bedeutung sind. Unser geplantes Unterrichtsmodul, fördert ausserdem die kommunikativen und medialen Kompetenzen der TeilnehmerInnen beider Hochschulen gleichermassen indem eine interdisziplinäre Forschungszusammenarbeit simuliert wird.